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Fashion-Loop: Muss man sich für die Liebe zur Mode rechtfertigen?

Mode hat viele Facetten.  Quelle: Pinterest

Mode hat viele Facetten. Quelle: Pinterest

´Modedamen und Bloggerinnen haben es gut, diese werden mit kostenlosen Designerteilen nur so überschüttet.` Sätze wie diese bekommen Leute in der Modebranche des Öfteren an den Kopf geknallt. Ebenso verhält es sich mit den Meinungen und Eindrücken über Modeinteressierte im Allgemeinen. Trägt man eine Chanel Tasche oder schmückt sich mit den neuesten Trends, wird man sehr schnell auf Klischees und Oberflächlichkeiten reduziert. Dass den wenigstens ´Modefanatikern` alles ohne Mühen in den Schoß fällt und diese vielmehr meist hart für ihren Erfolg arbeiten müssen, wissen nicht viele. Oft wird dieses Klischee auch erst gar nicht hinterfragt.  Warum muss man sich solchen Anfeindungen aussetzen?

Jedes Individuum hat irgendein Faible, ein Hobby oder eben eine  Vorliebe für etwas Spezielles, doch die wenigstens Vorlieben sind so häufig mit Klischees behaftet wie im Modebereich. Der Großteil unterscheidet nicht zwischen Modefrau und Modefrau. Für die breite Masse steht hinter jeder Modebegeisterten Dame eben eine Modedame, die all die Oberflächlichkeiten erfüllt. Natürlich verwendet man einen Großteil seine Zeit mit Trends, Modeneuheiten und Designern und ist viele Stunden in Online-Shops unterwegs oder überzieht ab und an die Kreditkarte für ein neues Paar Schuhe, aber dabei sollte man – wei in jedem anderen Beruf auch – nicht den Bezug zur Realität verlieren.

Wer sich für Oberflächlichkeiten wie Mode beschäftigt, ist nicht automatisch mit einem niedrigen IQ ausgestattet oder läuft mit Scheuklappen durchs Leben. Unser Interessenfeld reicht weit mehr als bis zum nächsten Saison-Highlight. Und dennoch sieht man sich immer wieder Anfeindungen auseinandergesetzt, muss sich für sein Interesse rechtfertigen oder für den Kauf einer Handtasche erklären. Argumentationen und Hinweise zu tiefgründigeren Eigenschaften und Referenzen wie etwa zum absolvierten Studium oder zur Karriere abseits der Modeindustrie werden da schnell zu einstudierten Floskeln, deren Notwendigkeit nur allzu oft in Erscheinung treten.

Ebenso verhält es sich mit der eigenen Garderobe. Die Anschaffung teurer Designerteile gleicht einem Spießrutenlauf, immerhin können viele nicht den individuellen Wert einer solchen Anschaffung nachvollziehen. Auch die Tatsache, dass viele Besitzerinnen von Designklassikern erst monatelang dafür sparen mussten, um sich endlich den Taschentraum oder Schuh-Sehnsucht erfüllen zu können. Andere geben ja auch Geld für belanglose Konsumgüter aus. Was rechtfertigt denn schon den Kauf einer kostspieligen Briefmarke? Der angebliche Sammlerwert oder doch vielmehr die persönliche Sammelleidenschaft? Spätestens beim Anblick der aktuellen Preise für Vintage-Designerstücke im Modesegment sollten Kritiker der Modeindustrie und des damit sinnlosen Konsum eines Besseren belehrt werden.

So kostspielig und sinnlos das eigene Faible auch sein mag, die Liebe zur Mode und die damit verbundenen Eigenheiten sollten nicht als gesellschaftliche Hetze missbraucht werden. Für Mode muss und sollte man sich nicht schämen müssen. Ein anderer Mensch, ein anderes Hobby – so einfach ist das.

Mode sollte wahrlich nicht zu ernst genommen werden, aber eben auch nicht mit Vorurteilen behangen werden. Kleidung ist wie so vieles andere auch eine persönliche Ausrucksweise. Mode ist weit mehr als die Anschaffung teurer Kleidung, sondern vielmehr Ausdruck der individuellen Kreativität. Die einen zeichnen kunstvolle Bilder, andere sammeln Briefmarken und wieder andere beschäftigen sich eben mit Mode.

Der stetige Wandel der Textilindustrie, die Geschichten hinter der Modeszene sowie die Ideen und Fantasien, die Mode bei so vielen Menschen auslöst, finden viele ebenso faszinierend. Mode ist weit mehr als nur eine fanatische Vorliebe und der Hang zu Konsumrausch, es ist eine Art der kreativen Ausrucksweise. Man sollte bewusst das eigene Leben mit der schönsten Nebensache der Welt genießen, immerhin ist es zum Glück noch jedem selbstbestimmt, sein Geld nach Belieben auszugeben. In diesem Sinne halten wir es mit der Mode wie Yves Saint Laurent, der einmal sagte:
„Man sollte sich nicht zu sehr an Moden hängen, zu sehr an sie glauben. Man sollte jede Mode mit Humor nehmen – genügend an sie glauben, um den Eindruck zu erwecken, sie zu leben, aber niemals zu sehr – und sich so die Freiheit bewahren.“ (Yves Saint Laurent)

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