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style is more than fashion

Fashion-Loop: ´Fairness is never out of fashion`

Ohne Gütsiegel kannman sich beim Kleiderkauf nicht auf faire Produktionen verlassen.  ©R by Romelia / PIXELIO

Ohne Gütsiegel kann man sich beim Kleiderkauf nicht auf faire Produktionen verlassen. ©Romelia / PIXELIO

Bangladesch, Vietnam, Taiwan, China – unsere Kleidungsstücke nehmen meist einen weiten Weg auf sich, bevor sie in unsere Kleiderschränke einziehen. Textilwaren werden heutzutage überall auf der Welt produziert, die wenigste Kleidung wird noch im eigenen Land hergestellt. Auch Designerware bleibt vor einer weiten Reise nicht verschont, produzieren doch meist alle großen Ketten und Marken in Produktionsländern, die im weltweiten Vergleich einfach die besseren Tarife und somit mehr Marge erwirtschaften. Der Endverbraucher hingegen hat meist negative Bilder im Kopf, wenn er auf das Etikett im neuen Pulli blickt und z.B. ´Made in Bangladesch` lesen muss. Niedrige Löhne, Kinderarbeit, schlechte Arbeitszustände oder lange Arbeitszeiten sind nur wenige Intentionen, die man mit fernen Produktionsländern verbindet. Zu häufig haben sich in jüngster Vergangenheit die Negativschlagzeilen zur Texdtilindustrie angesammelt.

Ob Primark, Mango oder andere große Modeketten, nahezu alle lassen in fernen Ländern wie Bangladesch oder Vietnam produzieren. Kauft man ein T-Shirt für sehr wenig Geld, muss man zweifelsfrei davon ausgehen, dass dieses meist zu menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt worden ist. Doch auch ein hoher Preis ist meist kein Garant für Fairtrade Ware oder gute Arbeitsbedingungen. Der hohe Preis bei Markenprodukten ist oft auf Werbekosten, Ladenmieten und Marketingkosten zurückzuführen – die Herstellungskosten nehmen da nur einen kleinen Teil in Anspruch. Auch das Herstellungsland, welches auf dem Etikett vermerkt ist, ist keine Garantie für eine menschenwürdige Produktion. Vielmehr müsste man als verbraucher darauf achten, in welcher Fabrik das Kleidungsstück der Wahl hergestellt wurde. Doch das ist schier unmöglich. Denn auch wenn sich die Marke mit weißen Federn schmückt, können hinter der Fairtrade-Fassade Lieferanten und Fabrikaten stehen, die zu unwürdigen Konditionen die Stoffe etc. herstellen lassen. Daher ist Transparenz für eine Fairtrade-Ware unumgänglich.

Als Kontrollinstanz für den Endverbraucher wurden spezielle Siegel entwickelt, die als Prüfstelle für menschenwürdige Abreitsbedingungen und Herstellungseigenschaften dienen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn nicht immer ist ´Fair Trade` auch ´Faitrade`. Oft verbirgt sich dahinter nicht das offizielle Fairtrade-Siegel. Unternehmen, die etwa bei der Fair Wear Foundation Mitglied sind, werden von verschiedenen Organisationen wie etwa Femnet e.V. als sehr glaubwürdig eingeschätzt. Dazu zählen zertifizierte Labels wie Odlo, Jack Wolfskin, Acne, Filippa K, Nudie Jeans, Nackedshirt oder Mammut. Doch die Liste ist nicht allzu lang und dient nur als Orientierungshilfe. Eine Garantie, dass der gekaufte Pulli auch wirklich nachhaltig und zu fairen Abreitsbedingungen produziert wurde, gibt es leider nur bedingt. Oft werden am Tag der Audits die Bedingungen verschleiert oder durch doppelte Buchhaltungen falsche Zahlen und Lohnzahlungen an die Prüfungsstellen übermittelt. So sind die verschiedenen Siegel nicht immer hinreichend aussagekräftig.

Vor allem bei Jeans ist Vorsicht geboten, werden helle Waschungen doch mit starken Bleichmitteln behandelt, die meist gesundheitsschädigend für die mitarbeiter vor Ort sind.  ©Helene Souza / PIXELIO

Vor allem bei Jeans ist Vorsicht geboten, werden helle Waschungen doch mit starken Bleichmitteln behandelt, die meist gesundheitsschädigend für die mitarbeiter vor Ort sind. ©Helene Souza / PIXELIO

Das inzwischen sehr häufig vorkommende Fairtrade-Siegel gibt in erster Linie Auskunft über die Arbeitsbedingungen auf Baumwollplantagen. Die Fair Wear Foundation hingegen prüft auch die Bedingungen bei der Konfektion der Textilien und kontrolliert darüber hinaus die Einkaufspolitik der entsprechenden Unternehmen. Solche Unternehmenssiegel geben mehr Auskunft und sind ein nachhaltiger Garant als reine Produktsiegel. Zudem gibt es auch spezielle Siegel für Natur-Textilien wie zum Beispiel GOTS und IVN Best, die für eine Gewährleistung von nachhaltigen Textilproduktionen stehen. Dabei wird die Gewinnung biologisch erzeugter Rohstoffe wie auch eine transparente Kennzeichnung der Waren geprüft und somit für den Verbraucher eine glaubwürdige Qualitätssicherheit gewährleistet.

Viele Endverbraucher fragen sich nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Vorkommnisse wie etwa der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch oder dem Etiketten-Aufruhr bei Primark, ob man große Billigketten und populäre Modeketten künftig boykottieren sollte. Immerhin hat jeder von uns schon einmal bei H&M oder Primark eingekauft und die meisten tun dies regelmäßig.  Viele Organisationen raten jedoch vom Boykott ab, würden doch letztlich die Näherinnen dadurch noch mehr leiden. Vielmehr sollte jeder von uns das eigene Konsumverhalten überdenken und überlegen, ob das zehnte weiße T-Shirt wirklich im Kleiderschrank nötig ist.

Jeder kennt die Euphorie, die einen überfällt, wenn tolle Kleidungsstücke im Sale sind oder eben zu unglaublich günstigen Preisen angeboten werden. Und viele greifen dann zu und lassen sich den Schnapper natürlich nicht entgehen. Auch ich kaufe ab und an bei namhaften Modeketten, jedoch spielt dabei nicht immer der Preis eine Rolle. Und oft können sich Teenager, Studenten oder Berufstätige nicht immer Markenklamotten oder teure Accessoires leisten. Die wenigsten wissen jedoch, dass es nachhaltige T-Shirts bereits für angemessen Preise zu kaufen gibt. Jeder von uns sollte bei Textilkäufen mehr Sensibilität entwickeln, das Kosnumverhalten einschränken und vermehrt nachhatlige Kleidung mit speziellen Gütesiegeln kaufen. Auch wenn das zehnte T-Shirt in Weiß für 5 Euro meist im Moment des Kaufs als dringend notwendig eingestuft wird, sollte man immer mit dem Bewusstsein einkaufen, dass für das günstige Shirt oder die gebleichte Marken-Jeans ein anderer Mensch sehr lange und für sehr wenig Geld arbeiten musste.

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