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style is more than fashion

Coco’s Living: Designer-Lieblinge und ihre Folgen

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Es gibt gewisse Dinge im Leben, die kann man nicht einfach abschalten – Macken zum Beispiel. Ob Sammelvorliebe, Spleens oder Gelüste, jeder Mensch hat eine Macke, die er nur schwer bändigen kann. Vor allem die Sammelleidenschaft ist in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Die eine sammelt Schuhe, der andere Schallplatten und wieder andere Teddybären. Als Sammler nutzt man dann jede Gelegenheit seiner Leidenschaft zu frönen und kauft und sucht und hortet die geliebten Fundstücke in der Wohnung oder in eigens dafür errichteten Räumen. Nicht immer teilt der Partner die Leidenschaft und so kann es ab und an schon einmal zu Auseinandersetzungen kommen. Dabei gibt es die irrsinnigsten Sammelobjekte: Von kleinen Enten über Fingerhüte bis hin zu Lippenstifthüllen und Luxusautos ist alles dabei. In Coco’s Fall sind es Designerstühle.

Ich habe diese Leidenschaft wohl von meiner Mutter geerbt, denn auch sie schleppte von zahlreichen Flohmarktbesuchen immer wieder ein neues einzigartiges Unikat für die eigenen vier Wände an und trieb meinen Vater dabei schier in den Wahnsinn. Der Vorteil meiner Mutter: sie hat ein großes Haus und fand immer wieder eine Ecke für den neuen Stuhl. Der Hausfrieden war dadurch sehr schnell wieder hergestellt. Bei 100 Quadratmetern Stadtwohnung wird es da schon etwas schwieriger. Inzwischen findet man in nahezu jeder Ecke unserer Wohnung einen Stuhl (notfalls noch einen kleinen Tisch), den ich irgendwann einmal unbedingt haben musste.

So auch die neueste Errungenschaft: ein Acapulco-Chair. Schon lange liebäugelte ich mit dem Designklassiker. Doch der geliebte Freund teilt leider nicht die Leidenschaft für schöne Stühle. Mehr als zwei Jahre führten wir bereits heiße Diskussionen, ob und mit welchem Modell eine ganz besondere Ecke in unserer Wohnung nun mit einem neuen Sessel bestückt werden soll. Meine Wahl war ziemlich schnell getroffen: Ein neues Liebhaberobjekt sollte in unserer Wohnzimmer aka Leseecke einziehen. Unpraktisch, zu drahtig, nicht bequem und kein richtiger Sessel waren die Reaktionen von der Gegenseite.

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Also wurde immer wieder sanft und beständig auf die Vorzüge des Designklassikers hingewiesen, in Möbelhäusern die Bequemlichkeit getestet und… dann doch wieder nicht bestellt. Bis, ja bis vor einigen Wochen mein geliebter Mann von sich aus einfach bei einer Fahrt in die City den Sessel kurzerhand selbst bei Westwing bestellte, ohne mich vorher darüber zu informieren. Vier Tage später kam das Paket an und ich konnte es kaum erwarten, den Neuankömmling in Augenschein zu nehmen. Nun steht Stuhl Nr. xy in unserer Leseecke und nimmt somit einen Platz unter den persönlichen Sammelerstücken ein.

Ein Stuhl wie eine Hängematte könnte man sagen, denn das einzigartige Design des original Acapulco Chairs stammt der Legende nach von einem Franzosen, der in Acapulco die Bequemlichkeiten einer Hängematte mit den Vorzügen eines Stuhls vereinen wollte. Der mexikanische Pazifikort Acapulco war in den 1950er Jahren der schillernde Hotspot für Stars und Sternchen. Heute ist der Stuhl ein Designklassiker und Liebling zahlreicher Interior-Fans.

Genießen und Leidenschaft beenden könnte man nun sagen, doch das nächste Projekt ist schon in Aussicht! Immerhin kann man ja alte Stühle durch neue Klassiker ersetzen. Das Esszimmer könnte durchaus durch etwas mehr Design aufgewertet werden – natürlich in Stuhl-Form. Ich kenne da einen wundervollen Designer namens Charles Eames – der kreierte ganz tolle Stühle, die auch noch bequem sind. Mein Freund wird sich freuen…

Bilder: Coco’s Philosophy

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