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style is more than fashion

Ästhetisierung des Jobs – Armut als Lebensstil

Arbeite ich um zu leben oder lebe ich um zu arbeiten? Mit dieser Frage setzt sich Yeah Sara in ´Neue Elite` kritisch auseinander. Armut als Lebensstil oder besser gesagt die Ästhetisierung des eigenen Berufs sind dabei die zentralen Begriffe. Ausgehend von der These, dass eine gewisse Gesellschaftsschicht heutzutage die Arbeit als individuelle Selbstverwirklichung ansieht und hierfür sogar minimale Löhne und irreguläre Arbeitsbedingungen in Kauf nimmt, setzt sich die Autorin mit diesem neuen Gesellschaftsphänomen auseinander. Demnach dient die Arbeit nicht mehr nur ausschließlich zur Sicherung des Lebensunterhaltes, sondern ist weit mehr. Vielmehr soll sich das Individuum im Arbeitsleben verwirklichen und die eigenen Interessen voller Freude ausleben. Folglich arbeitet man nicht, um sich selbst in der Freizeit verwirklichen zu können, sondern verwirklicht sich vor allem im Arbeitsalltag. Die Übergänge zwischen Privat- und Arbeitsleben sind dabei fließend. Vor allem im Medien- und Marketingbereich wie auch im Mode-Business sollen laut Yeah Sara diese Thesen allgegenwärtig sein. Finanzielle Diskrepanzen sollen dabei durch Konsumgüter und ein standardisiertes Lifestyle-Gefühl im Arbeitsumfeld bereinigt werden. Die Lage spitzt sich ihr zufolge also zu, so dass die zu Beginng gestellten Fragen vielleicht bereits überholt sind. Heute fragt man sich vielleicht also in vielen Branchen nicht mehr, ob man arbeitet um zu leben oder lebt um zu arbeiten, sondern vielmehr wie man durch seine Arbeit sein Leben einem extrahierten Sinn geben kann. Der finanzielle Verdienst rückt dabei immer mehr in den Hintergrund. Von beruflichen Aussteigern und Traum-Verwirklichung ist meist die Rede. Ich arbeite nicht um mein Leben zu finanzieren, sondern ich arbeite um mich selbst kreativ und geistlich zu verwirklichen. Doch inwiefern trifft dies auf jeden Einzelnen zu? Natürlich gibt es die so genannten Aussteiger, die z.B. die lohnende Stelle bei einem Konzern oder Vertrieb an den Nagel hängen und sich ganz und gar dem eigenen Traum von der eigenen Bäckerei, der Bar auf einer tropischen Insel oder dem Lifestyle-Job bei einer namhaften Modemarke widmen. Aber kann man hier von einer großen Mehrzahl sprechen? Leben wir heutzutage wirklich in einer Sozialität, in der man bewusst in vermeintlicher Armut lebt, um den Job zu ästhetisieren und dies als persönlichen und bewusst gewählten Lebensstil anpreisen zu können? Diese Frage muss jeder für sich beantworten. Jedoch gibt es durchaus auch Muster, wo das Work-Life-Balance-Modell funktionieren kann – ob dies allerdings für jeden Einzelnen das Ultimo in puncto beruflicher Verwirklichung darstellt sei dahingestellt!

Den kompletten Artikel könnt ihr hier nachlesen!

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